Neubau MFH Lindenbergstrasse 32-34
Rüti ZH

Auftragsart Studienauftrag, 1. Rang
Planung/Ausführung 2019-2022
Bauherrschaft Wohnbaugenossenschaft Gewo Züri Ost
Bauleitung bauleiterosterwalder gmbh, Uster
Bauingenieur SJB Kempter Fitze AG, Frauenfeld
Elektro-Ingenieur grögli.ch AG, Rapperswil
HLKS-Ingenieur Fritz Gloor AG, Wetzikon
Bauphysiker BWS Bauphysik AG, Winterthur
Leistungsumfang Projekt, Ausführungsplanung, gestalterische Leitung

Das zweigeschossige Wohnhaus mit vier Wohnungen und zwei Treppenhäusern stammte aus den 50er Jahren und sollte durch einen Ersatzneubau mit doppelter Wohnungsanzahl ersetzt werden. Zur Erhaltung und Erweiterung des Bestandes anerbot sich keine sinnvolle Lösung.

Erstes Ziel war es, günstigen Wohnraum zu schaffen. Dies soll mittels dem äusserst kompakten Gebäude und der Verwendung von unterhaltsarmen und langlebigen Materialien und Konstruktionen erreicht werden.

Um der speziellen Ecksituation an der Verzweigung der beiden Quartierstrassen gerecht zu werden, setzt sich das Gebäude aus zwei verschmolzenen Körpern zusammen, die sich parallel zur Lindenbergstrasse und dem Lindenbergweg orientieren. Im strassenseitigen Scheitelpunkt sitzt der überdachte Hauseingang mit Zugang zum Treppenhaus, dem gemeinsamen Waschraum und dem gartenseitigen Sitz- und Spielplatz.

Ost- und westseitig des Treppenhauses entwickeln sich die Wohnbereiche mit Wohnzimmer, Esszimmer und Küche um die südlich orientierten Balkone. Die Schlafräume sind der nördlichen Gartenseite zugewandt.

Der Wohnungsspiegel enthält zwei 3 1/2-Zimmerwohnungen im Erdgeschoss, vier 4 1/2-Zimmerwohnungen in den Zwischengeschossen und zwei 2 1/2-Zimmerwohnungen im Attika. Auf Grund der topografisch vorteilhaften Lage profitieren alle Wohnungen von allseitig überraschenden Ausblicken ins Quartier, den Garten und sogar in die Alpen.

Der architektonische Ausdruck folgt nicht dem heterogenen Quartier des Lindenberges, sondern der allgegenwärtigen Industriekultur von Rüti, welche vorwiegend durch Gebäude aus der Textil- und Webmaschinenindustrie des 19. und 20. Jahrhunderts geprägt ist.

Die Fassadenhaut aus dunkelrotem Trapezblech und roten Geländer aus Metallgitter, als auch das betonrohe Treppenhaus und die Materialisierung der Wohnungen folgen dieser Referenz. So inspirierten Böden und Wände von Industriehallen, die in Folge der Zeit und diverser Anpassungen zu Flickenteppichen wurden, zum funktional-pragmatischen Einsatz von Boden, Wand und Deckenoberflächen.