Studienauftrag Friedhof Wetzikon
Wetzikon

Auftragsart Studienauftrag
Planung/Ausführung 2019
Bauherrschaft Stadt Wetzikon
Bauingenieur synaxis AG, Zürich
HLKS-Ingenieur Russo Haustechnik Planung GmbH, Winterthur
Landschaftsarchitekt Heinrich Landschaftsarchitektur GmbH, Winterthur
Leistungsumfang Studienauftrag

Rittmeyer & Furrer gaben dem «Gottesacker» eine kräftig strukturierte, überraschende und eigenständige Form - ein besonderer und bemerkenswerter Ort. 

Die Friedhofserweiterung ausserhalb der bestehenden Einfriedung ist dabei als komplementäre Ergänzung konzipiert, welche selbstbewusst eine fast kontrastierende, extensive Gestaltung aufweist. In ihrer Gegensätzlichkeit stärken die beiden Friedhofsbereiche jeweils die «Würde» des Anderen und ergänzen sich so optimal zu einem neuen Ganzen. 

Als Ort der Ruhe und Andacht muss beim Ankommen ein Rand und der Übergang vom äusseren «Alltag» zum inneren Friedhof deutlich spürbar sein. 

In der neuen Gesamtform verschmelzen die beiden lateral stehenden Gebäuden mit der neuen Eingangsüberdachung zu einer Einheit. Weder dominieren noch konkurrenzieren sich Alt und Neu, sondern stehen gestärkt als neues Ganzes im Zentrum. 

Näher betrachtet trennen Lichtfugen die Vordächer und leiten den Weg zum Friedhof. Sinnlich und architektonisch aufgeladen wird der Eingangsbereich über eine breite Trennwand mit unterhalb durchlaufendem Wasserbecken. Das friedhofseitig auf das Wasser treffende Licht strahlt subtil auf die äussere Zugangsseite. Symbolisch vermittelt das Wasser das schwer fassbare Wesen um den Tod und den damit verbundenen Weg zum Licht. 

Ein Dachkranz verleiht dem Haus der Abdankung die angemessene Prominenz und Strahlkraft zur Strasse und Friedhof. Der ehemalige Gärtnerhof wird mittels einer raumhaltigen Deckenstruktur und gedämpfter Lichtführung zu sakraler Wirkung befördert und bildet aussen und innen den architektonischen Höhepunkt für festliche Aktivitäten. Diese Überzüge aus fein geschaltem Ortbeton halten das bestehende Dach und ersetzen die freistehenden Stützen. 

Das Licht als leitendes Element wiederholt sich dramaturgisch in den Innenräumen und leitet zielführend zum Abdankungsraum und den Aufbahrungsräumen, die mit zenital eingefangenem Tageslicht kontemplative Stille offenbaren. 

Die Fassadenöffnungen im Bestand werden sinnhaltig und ohne Anpassungen des Sichtmauerwerks ins neue Konzept eingeschrieben. Eine feingliedrige Fensterstruktur in Eichenholz und Kupfer tariert das einfallende Tageslicht mit anderen Fensteröffnungen aus.